Raubfische im August – ein überschätzter oder unterschätzter Monat?
- Thom Prüst
- vor 7 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
Fragt man Raubfischangler, merkt man schnell, dass der August kein ausgesprochener Favorit ist. Während über den Juni oft begeistert gesprochen wird und der Juli noch als solide gilt, haftet dem August doch ein anderes Gefühl an.Kein katastrophaler Monat — aber ganz sicher auch keiner, für den sich sofort alle begeistern.
Das Image des Augusts
In der Wahrnehmung vieler Angler hat der August einen klaren Stempel bekommen:„Es ist einfach eine zähe Phase.“
Dieses Bild taucht häufig in Gesprächen am Wasser, in Messenger-Gruppen und in den sozialen Medien auf. Die Erwartungen sind in der Regel niedriger und das Vertrauen in einen guten Fang weniger selbstverständlich. Während manche Monate für Aktion oder Vorhersehbarkeit stehen, wird der August oft mit Unbeständigkeit verbunden.

Vergleich mit Juni und Juli
Um dieses Gefühl richtig einzuordnen, muss man es eigentlich neben die Monate davor stellen.
Juni – der fliegende Start
Der Juni fühlt sich für viele Angler wie ein Neustart an. Die Schonzeit ist vorbei und plötzlich scheint wieder alles möglich. Das Vertrauen ist hoch und die ersten Sessions sorgen oft für positive Geschichten.Der Juni wird deshalb fast automatisch als starker Monat gesehen.
Juli – immer noch gut
Im Juli hält sich dieses positive Gefühl größtenteils. Die meisten Angler empfinden diesen Monat noch als zuverlässig, auch wenn hier und da bereits erste Anzeichen dafür auftauchen, dass es nicht mehr ganz so selbstverständlich ist.Der Juli wird oft beschrieben als „einfach gut, aber etwas weniger sicher als Juni“.
August – der Wendepunkt
Und dann kommt der August. Dort, wo Juni und Juli noch von Vertrauen geprägt sind, schlägt das Gefühl bei vielen Anglern in Zweifel um. Weniger Vorhersehbarkeit, ein Gefühl von geringerer Konstanz und vor allem: weniger selbstverständlicher Erfolg. Aber stimmt dieses Bild überhaupt — oder spielt sich das vor allem im Kopf ab?
Der August wird jedenfalls oft als launisch, schwierig und manchmal sogar frustrierend angesehen.
Ein Bild, das von irgendwo anders kommt
Was ich interessant finde: Es wirkt so, als entstehe dieses Bild vom August nicht so sehr aus den tatsächlichen Fängen, sondern vielmehr daraus, wie sich dieser Monat am Wasser anfühlt.
Wärmeres Wetter, (Ferien-)Betrieb auf dem Wasser, Fische, die etwas weniger „vorhersehbar“ erscheinen — all das sind Faktoren, durch die sich eine Session schnell nach mehr Arbeit anfühlen kann. Auch wenn das nicht automatisch bedeutet, dass man am Ende weniger fängt.
Es scheint also eher ein Eindruck zu sein — ein Gefühl, das hängen bleibt und sich vielleicht sogar in eine Art kollektives Gedächtnis eingebrannt hat.Nicht unbedingt basierend auf harten Ergebnissen, sondern darauf, wie diese Tage erlebt werden.
Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte
Soviel zur Wahrnehmung.
Stellt man diese jedoch den tatsächlichen Fangdaten gegenüber, entsteht ein völlig anderes Bild.
Ich habe meine Guiding-Daten von der Saison 2020/2021 bis einschließlich 2025/2026 nebeneinandergelegt. Keine einzelnen Ausreißer oder einseitige Angelei, sondern ein breites Gesamtbild: Hecht, Zander und Barsch, verteilt auf verschiedene Angeltage und Techniken am Hollands Diep und in der Biesbosch.
Und dabei fallen sofort einige Dinge auf.
Zuerst der Referenzpunkt: März
Der März ist traditionell ein Monat, in dem viele Angler noch einmal alles geben, bevor die Schonzeit beginnt. Das spiegelt sich auch darin wider, wie diese Phase erinnert wird: produktiv, aktiv und gut.
Im Durchschnitt komme ich im März auf: ca. 8 Fische pro Tag
Ein solider Monat — und genau die Art von Phase, die im kollektiven Gedächtnis als „stark“ hängen bleibt.
Juni und Juli: Gefühl und Zahlen stimmen überein
Schaut man sich Juni und Juli an, passen die Zahlen nahtlos zu dem Bild, das viele Angler haben:
• Juni: knapp 10 Fische pro Tag im Schnitt
• Juli: gut 9 Fische pro Tag im Schnitt
Beide Monate liegen damit deutlich über dem März.
Auch in der aktuellsten Saison (2025):
• Juni lag sauber auf dem langjährigen Durchschnitt
• Juli lag sogar leicht darüber, fast auf dem Niveau von Juni
Dazit: Das Vertrauen in diese Monate wird vollständig durch die Zahlen bestätigt.
Und dann der August
Während Juni und Juli sowohl gefühlsmäßig als auch zahlenmäßig recht klar sind, passiert im August etwas Auffälliges.
Die vorherrschende Meinung vieler Angler ist, dass es ein schwieriger Monat ist. Dass es zäh sein kann. Dass die Fische weniger mitspielen.
Doch stellt man diese Annahme den Zahlen gegenüber, bleibt davon praktisch nichts übrig.
Denn die Zahlen zeigen etwas völlig anderes.Keinen kleinen Unterschied. Keine Nuance. Sondern einen klaren und strukturell höheren Fangdurchschnitt.
Langjähriger Durchschnitt (2020–2025)
Über mehrere Saisons hinweg kommt der August auf:
über 11 Fische pro Tag im Schnitt
ca. 2 Hechte
ca. 5 Zander
ca. 4 Barsche
Damit liegt der August deutlich über Juni und Juli.
Das ist keine Momentaufnahme, sondern ein Muster, das sich Jahr für Jahr wiederholt.
August 2025: eine Klasse für sich
Als ob das noch nicht deutlich genug wäre, hat der August 2025 noch einmal eine Schippe draufgelegt:
durchschnittlich 14 Fische pro Tag
ca. 1 Hecht
ca. 9 Zander
ca. 4 Barsche
Das bedeutet:
+3 Fische pro Tag im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt
und ein noch größerer Vorsprung gegenüber Juni und Juli
Das ist nicht „ein bisschen besser“. Das ist schlicht eine andere Kategorie.

Was das deutlich macht
Ohne Interpretation, ohne Deutung — rein auf Basis der Zahlen:
März performt gut
Juni und Juli sind Top-Monate — das deckt sich mit dem Gefühl
Und August…
…ist in diesen Daten schlicht der produktivste Monat von allen
Und genau das macht es interessant.
Denn die Überzeugung, dass der August schwierig ist, ist weit verbreitet.Doch schaut man sich die Zahlen an, findet man dafür keinerlei Grundlage.
Woher dieses Bild dann kommt?
Hinweise auf „warmes Wasser“, „zu wenig Sauerstoff“ oder „inaktive Fische“ werden oft genannt — doch in diesen Ergebnissen ist davon nichts zu sehen.Im Gegenteil: Es scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein.
Vor allem wenn man bedenkt, dass all diese Fänge mit ein und derselben Herangehensweise zustande gekommen sind: das ganze Jahr über, ausschließlich tagsüber.
Keine Verschiebung der Angelzeiten. Keine Anpassung an „extreme Bedingungen“.Einfach konsequente Angelei — über mehrere Jahre hinweg.
Und genau dadurch wird der Unterschied zwischen Wahrnehmung und Realität so deutlich sichtbar:
Die Überzeugung, dass der August schwierig ist, ist weit verbreitet —findet in der Praxis jedoch keine Bestätigung in den Zahlen.
Zeit, das zu nutzen
Die Zahlen sind eindeutig.Der August ist kein „schwieriger Monat“.
Er ist — wenn man die Praxis betrachtet — vielmehr einer der produktivsten Zeiträume der Saison.
Und trotzdem lassen viele Angler diesen Monat aus.Das ist schade.
Denn genau darin liegt die Chance.Nicht, weil der August plötzlich „magisch“ ist, sondern weil ihn die meisten falsch einschätzen — und du das jetzt nicht mehr tun musst..
Möchtest du das selbst erleben?
Ich fische das ganze Jahr über, ausschließlich tagsüber, und habe diese Ergebnisse nicht aus Theorie oder Annahmen, sondern aus jahrelanger Praxis aufgebaut.
Möchtest du selbst erleben, was der August wirklich bringen kann?
Buche einen Guiding-Tag und angle gezielt, effektiv und mit einer Herangehensweise, die sich immer wieder bewährt hat.
Ausgerichtet auf Hecht, Zander und Barsch
Abgestimmt auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort
Kein Rätselraten, sondern ein durchdachter Ansatz



