Warum das Vorfachmaterial keinen Einfluss auf das Beißverhalten hat
- Thom Prüst
- 16. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Stroft NiTi im Praxiseinsatz: Mono vs. Polywire – und warum das Vorfachmaterial keinen Einfluss auf das Beißverhalten hat
In der Raubfischangelei wird kaum ein Thema so überhöht wie das Vorfachmaterial. Stahl, Fluorocarbon, Mono, Titan, NiTi – jeder hat seine Theorie, jeder erklärt etwas anderes.
Doch wer täglich auf den niederländischen Großgewässern unterwegs ist, sieht sehr schnell, was wirklich zählt.
Ich sage es klar und ohne Umwege:
Kein Zander, kein Barsch und kein Hecht interessiert sich für unser Vorfachmaterial.
Nicht für die Farbe, nicht für die Steifigkeit, nicht für die „natürliche Präsentation“.Das Einzige, was zählt, ist die Position des Köders in der Strikezone.
Warum ich jahrelang ohne Stahl gefischt habe – und warum das nichts mit „Gefühl“ zu tun hatte
Ich habe lange ohne Stahl oder NiTi gefischt. Nicht, weil ich dachte, dass ich damit mehr fange. Nicht wegen „natürlicher Präsentation“. Nicht wegen irgendwelcher Mythen.
Der einzige Grund war der Wirbel.
Ein klassisches Stahlvorfach mit Wirbel erzeugt auf Flüssen, dem Hollands Diep und dem Volkerak massiven zusätzlichen Druck auf der Schnur. Dieser hydrodynamische Widerstand verhindert, dass der Köder sauber nach unten kommt.
Und wenn man nicht hart am Grund fischen kann, fängt man weniger – nicht wegen des Materials, sondern wegen der Physik.
Auf dem Hollands Diep war das noch vertretbar, weil Hecht dort selten einsteigt.
Auf dem Volkerak dagegen ist Hechtkontakt an der Tagesordnung – und ohne Schutz wird es schnell teuer.
Der Umstieg auf Stroft NiTi – ohne Wirbel, ohne Ballast, ohne Nachteile
Ich brauchte also ein Vorfach, das:
hechtsicher ist
keinen Wirbel benötigt
keinen zusätzlichen Druck erzeugt
und die volle Köderkontrolle ermöglicht
Die Lösung war Stroft NiTi, sowohl in Monowire als auch in Polywire.
Ich verbinde beide Varianten über einen winzigen 3‑mm‑Ring direkt mit der Hauptschnur.
Kein Wirbel, keine Bremse, keine Probleme.

Mono vs. Polywire – die echten Unterschiede aus der Praxis
Ich fische beide Varianten seit Monaten intensiv auf Zander und Hecht.
Und hier ist die nüchterne Realität:
Stroft NiTi Monowire
sehr steif
höhere Tragkraft als polywire
extrem widerstandsfähig gegen Hechtzähne
bisher keine Ausfransungen, selbst nach mehreren Hechten
dadurch für mich inzwischen die robustere, langlebigere Wahl
Stroft NiTi Polywire
weicher und flexibler
lässt sich sehr sauber knoten
fängt genauso gut wie Monowire
aber: neigt nach mehreren Hechtkontakten zum Ausfransen
muss regelmäßig kontrolliert werden, sonst besteht Bruchgefahr
Und das Entscheidende:
Beide Varianten fangen exakt gleich gut.
Die Steifigkeit der Monowire hat keinerlei negativen Einfluss auf die Köderaktion oder die Fängigkeit – egal, was manche behaupten.
Worauf es wirklich ankommt
Unsere Schnüre – geflochtene Hauptschnur, Fluorocarbon für saubere Verbindungen und NiTi als Hechtschutz – bestimmen nur eines:
Ob der Köder sauber in der Strikezone ankommt.
Das Vorfachmaterial hat keinen Einfluss auf das Beißverhalten.
Nicht bei Zander.
Nicht bei Barsch.
Nicht bei Hecht.
Punkt.
Wer diese Techniken live auf dem Wasser erleben möchte oder eine individuelle Zander‑ oder Hechttour auf Hollands Diep, Volkerak oder den Flüssen sucht, findet alle Informationen hier.






